Aus der Geschichte lernen: „… dass von Deutschland nur noch Frieden ausgehe“. Eine Veranstaltungsreihe der Unabhängigen Grünen Linken

Aus der Geschichte lernen: „… dass von Deutschland nur noch Frieden ausgehe“

Seit der 2022 durch den Bundeskanzler ausgerufenen „Zeitenwende“ laufen die Bestrebungen, die deutsche Bevölkerung „kriegstüchtig“ zu machen, auf Hochtouren. In Abkehr vom Pazifismus und dem Versprechen „Keine Waffen in Krisengebiete“ schlägt die grüne Außenministerin völkerrechtliche Verpflichtungen zur diplomatischen Konfliktlösung in den Wind und der grüne Wirtschaftsminister wirbt für Staatsausgaben und Bankkredite an die Rüstungsindustrie. Der Rüstungsetat hat einen zerstörerischen Höchststand erreicht und zeitigt enorme Kürzungen in Bildung, Gesundheit und Kultur.

Damit steht die deutsche Bundesregierung einschließlich ihrer grünen Mitglieder dem Übergang zu einer gleichberechtigten, multipolaren Weltordnung, der Nutzung der natürlichen Ressourcen zum Wohle aller und einer erfreulichen zivilen Entwicklung der Kultur im Wege. Wir, Aktive aus der Parteibasis, sehen uns dagegen dem Grünen Grundkonsens verpflichtet: „Die Ethik der Gewaltfreiheit ist eine Ethik der Erhaltung und Entfaltung des Lebens.“

Die Grünen werden wieder als Friedenspartei gebraucht. In einer Reihe aus Online-Veranstaltungen wollen wir uns daher dem Ringen um konsequente Verwirklichung der Schlussfolgerungen aus 1945 – Demilitarisierung in Einheit mit Demokratisierung, Denazifizierung und Demonopolisierung – widmen. Wir wollen aus historischen Fehlern lernen und diskutieren, was erforderlich ist, um die internationale Verantwortung zur Friedensstiftung in Zusammenarbeit aus Grüner Partei und Zivilgesellschaft neu zu beleben.

 

Freitag, 21.6.2024, 20 Uhr

Schwerter zu Pflugscharen! Die Friedensbewegung der 1980er-Jahre als Quelle der Grünen und ihre Lehren für heute – Ein Gespräch mit Zeitzeug:innen

Die Gründung der Grünen 1980 war getragen von der Forderung nach einem Ende der atomaren Abschreckung in Einheit mit vorsorgendem Umweltschutz: Schluss mit dem Atomprogramm! Für die politische Aufbruchsstimmung der Grünen-Gründungszeit steht exemplarisch die Großdemonstration im Bonner Hofgarten 1981, zu deren Sprechern für Abrüstung gegen die Feindbilder und Bedrohungsszenarien des Kalten Krieges unter anderem Petra Kelly, Heinrich Böll und Erhard Eppler gehörten. In der Friedensbewegung der 1980er gelang es einem Bündnis fortschrittlicher Kräfte, darunter maßgeblich Kirche, Kriegsdienstverweigerer, Kommunisten, Sozialdemokraten und auch die entstehenden Grünen, weitreichende Abrüstungserfolge gegen die Unionsparteien durchzusetzen. Für eine positive Gesellschaftsentwicklung und die Verwirklichung der friedenspolitischen Konsequenzen aus 1945 gegen die angebahnte „geistig-moralische Wende“ Kohls überwand die Friedensbewegung dafür die Diffamierung des Pazifismus und Spaltungsversuche.

Was waren die Quellen des damaligen Selbstbewusstseins im Bündnis der Friedenskräfte? Was können wir heute von diesem Selbstbewusstsein lernen? Wie erklären wir uns die heutige bündnispolitische Beliebigkeit von Schwarz-Grün bis „Jamaika“ – und wie kommen wir dagegen zurück zu den gewaltfreien und ökologischen Grundsätzen? Wir sehen gemeinsam kurze Ausschnitte aus der arte-Dokumentation „Nie wieder Krieg! Geschichte und Aktualität der Friedensbewegung“ (D, 2015) und freuen uns über die Beteiligung einiger Zeitzeug:innen an der folgenden Diskussion: Ana Aigner (Grüne), Lothar Binding (SPD), sowie Aktive aus DKP, kirchlicher Friedensbewegung und DFG-VK (angefragt).

Zoom-Einwahllink via kontakt@gruene-linke.de.

 

Weiteres Programm

In künftigen Veranstaltungen werden wir uns kritisch mit den Punkten auseinandersetzen, an denen unseres Erachtens die grünen Ursprünge in der Friedensbewegung verwässert wurden: darunter die Instrumentalisierung von Auschwitz zur Führung völkerrechtswidriger Kriege, eine teilweise Übernahme antislawischer Ressentiments sowie das eskalative Agieren im Nahostkonflikt. Die Terminankündigungen werden hier ergänzt und über den Input-Verteiler (https://gruene-linke.de/anmeldung-mailingliste/) verschickt.

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